Reaktionsharze

Auch fast alle Reaktionsharze, z.B. Polyurethane und Epoxidharze, sind Gefahrstoffe. Anders als lösemittelhaltige Produkte können jedoch die in der Regel lösemittelfreien Reaktionsharzprodukte nach heutigem Kenntnisstand bei ganz normaler Belüftung der Arbeitsräume ohne Überschreitung von Luftgrenzwerten verarbeitet werden.

Richtig ist, dass flüssige Reaktionsharzkomponenten bei zu sorgloser Handhabung oder bei besonders empfindlichen Personen zu Sensibilisierungen oder Allergien führen können. Bei Epoxidharzen gilt dies für beide Komponenten, bei Polyurethanen nur für die Härterkomponente. Der Augen- und Hautkontakt mit flüssigen, nicht ausgehärteten Reaktionsharzen ist deshalb zu vermeiden  und die Hinweise zum Arbeitsschutz und zu geeigneter persönlicher Schutzausrüstung im Sicherheitsdatenblatt sind zu beachten. So erfordert die Verarbeitung von Epoxidharzen und Polyurethanprodukten mindestens das Tragen von Schutzhandschuhen und einer dicht schliessenden Schutzbrille, in besonderen Fällen auch zusätzliche Schutzkleidung. Ergänzend zum Hautschutz ist zudem die Verwendung einer Hautschutzcreme empfehlenswert.

Kennzeichnungsfrei und damit auch ohne Verwendung von Schutzausrüstung zu verarbeiten, sind hingegen die Reaktionsharzprodukte auf Silanbasis. Diese, erst seit einigen Jahren auf dem Markt erhältliche Produktklasse trägt den GISCODE RS 10.

Unabhängig von ihrer Kennzeichnung gilt für alle Reaktionsharzprodukte grundsätzlich: Im ausgehärteten Zustand sind Reaktionsharze völlig unbedenklich und erfüllen dann vielfach sogar die Einstufung EMICODE EC 1 oder EC 1 PLUS. Das heisst, sie setzen nach der Aushärtung praktisch keinerlei flüchtige (Schad-)Stoffe mehr an die Raumluft frei und sind somit auch im Wohnbereich vollkommen unbedenklich einsetzbar.